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Die Stadt als Wandzeitung – Politisches Graffiti

In seinem Vortrag „Die Stadt als Wandzeitung – Politisches Graffiti“ stellt Robert Kaltenhäuser anhand verschiedener Beispiele aus seiner Recherchesammlung das Spektrum und die Potentiale von politischem Graffiti dar. Von stumpfen Parolen für jede Geschmacksrichtung bis zu elaborierter Ideologiekritik hat in den letzten hundert Jahren so einiges seinen unerlaubten Weg auf Wände und Züge genommen. Romanes eunt domus! Wie der Lateiner so sagt…
Zur Person: Robert Kaltenhäuser
Robert Kaltenhäuser ist ein Kunstkritiker, Autor und Kurator in der urbanen Kunst. Er beschäftigt sich mit alternativen selbstautorisierten Zeichensetzungen im öffentlichen Raum, hauptsächlich ausserhalb der etablierten Kategorien von Writing oder Street Art.
Als Kunstkritiker schreibt er Texte für verschiedene Fachpublikationen und Katalogbeiträge – u.a. Transurban, Jens Besser, Völklinger Hütte, Neue Sächsische Galerie, Moses & Taps, Hitzerot Druckwerke, Mondriaan Fonds oder Kunstforum International, sowie weitere unter Pseudonym.
Als Kurator realisierte er Projekte, die sich mit dem Transfer des Ungenehmigten in die reguläre Kunstsphäre befassen, wie bei beyondStreetart, BundeskunstHall-of-Fame, Diamant Offenbach oder Detective Show X. Dabei versteht er sich dezidiert als Konservator des Transgressiven.
Sein Buch/Videoprojekt Art Inconsequence – Advanced Vandalism gilt als wegweisend in der Entwicklung des Graffiti-Konzeptualsmus.
Das Thema des Politischen ist für Robert Kaltenhäuser eine zentrale kulturelle Fragestellung. Er arbeitet zum Problem identitärer Ideologien in der Kultur, und ist bekannt als Verfechter der mittlerweile exotischen Ideale von Aufklärung und Universalismus. Als Kurator erlebte er, wie ein Werk auf Anweisung der Leitung von Pact Zollverein in Essen wegen Verstosses gegen die Staatsraison vernichtet wurde. 2023 gab er den Sammelband Graffiti und Politik in der Reihe Beltz Juventa HipHop Studies heraus.rk2